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Rasante Wende bei der Deutschen Bank: Das kriselnde Geldhaus setzt plötzlich wieder auf die unscheinbare Tochter Postbank - und lobt die Vorzüge des Heimatmarkts. Der Schwenk ist nicht ganz freiwillig.

Neues Machtgefüge: Vizechef Schenck (l.) mit Vorstandsboss Cryan

Wer sich vor zwei Jahren in der Deutschen Bank nach der Konzerntochter Postbank erkundigte, bekam wenig Gutes zu hören: Die Erträge zu gering, die Kunden zu bieder, die Belastungen durch Bilanzrisiken zu hoch - die ganze Bank irgendwie überflüssig. Oder wie es der damalige Deutsche-Bank-Chef Anshu Jain offiziell ausdrückte: Die Postbank sei zwar toll, aber alleine besser aufgehoben. Deshalb wolle man sie verkaufen - entweder am Stück oder in kleinen Teilen über die Börse.

Seitdem muss sich einiges verändert haben. Nicht nur, dass Jain inzwischen weg ist. Die Postbank hat sich offenbar vom überflüssigen Anhängsel zur tragenden Säule des Deutsche-Bank-Konzerns gewandelt. Das zumindest legt der Plan nahe, den Vorstandschef John Cryan am Sonntag in einer eilig einberufenen Telefonkonferenz verkündete: Die Deutsche Bank will die Postbank nicht nur behalten; sie soll mit dem eigenen Privat- und Firmenkundengeschäft verschmolzen werden. So schaffe man einen neuen Marktführer in Deutschland mit mehr als 20 Millionen Kunden, jubilierte der Brite, der sonst nicht gerade für markige Worte bekannt ist.

Die "wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die Anforderungen der Aufsichtsbehörden" hätten sich geändert, begründet die Deutsche Bank offiziell ihre Rolle rückwärts. Doch Cryan selbst musste am Sonntag zugestehen, dass das nur die halbe Wahrheit ist: Der Preis, den man bei einem Postbank-Verkauf hätte erzielen können, sei einfach nicht attraktiv gewesen, sagte der Konzernchef. Mit anderen Worten: Die Deutsche Bank ist ihre Tochter, deren Kauf sie einst geschätzte sechs Milliarden Euro gekostet hat, einfach nicht zu einem auch nur annähernd vernünftigen Preis losgeworden. "Ich gebe zu, dass wir in die falsche Richtung unterwegs waren", sagte Cryan.

Weiterer Stellenabbau wahrscheinlich

Dass die Postbank nun - anders als bisher - ganz in die Deutsche Bank integriert werden soll, dürfte für die Mitarbeiter keine gute Nachricht sein. 900 Millionen Euro pro Jahr will der Konzern damit dauerhaft sparen. Ein guter Teil davon dürfte auch durch den Wegfall weiterer Stellen zustande kommen - zusätzlich zu den rund 9.000 Stellen im aktuellen Sparprogramm der Deutschen Bank. "Es geht hier um Kostenreduzierung", sagt ein Kenner des Konzerns. "Im Kundengeschäft bringt die Verschmelzung von Postbank und Deutscher Bank praktisch keinen Mehrwert."

Die Volte im Privatkundengeschäft ist nicht die einzige in der neuen Strategie von Konzernchef Cryan.

  • So soll die Bank noch in diesem Frühjahr acht Milliarden Euro über eineKapitalerhöhung reinholen - ein Schritt, den Cryan eigentlich immer vermeiden wollte. Dazu gibt die Bank 687,5 Millionen neue Aktien aus - acht Banken haben die Abnahme der Papiere bereits garantiert. Das frische Geld soll den Kapitalpuffer für Krisenzeiten stärken, doch für die ohnehin arg gebeutelten Aktionäre der Bank ist es ein weiterer Schlag: Der Wert ihrer alten Aktien wird dadurch verwässert - bereits zum vierten Mal in den vergangenen sieben Jahren.
  • Als zweite wichtige Säule neben dem Privatkundengeschäft soll zudem eineUnternehmens- und Investmentbank geschaffen werden. Die zwischenzeitliche Trennung in eine Sparte zur Unternehmensfinanzierung und -beratung sowie eine weitere für das Kapitalmarktgeschäft wird rückgängig gemacht. Auch der Zahlungsverkehr soll in die neue Großsparte mit einfließen.
  • Die Vermögensverwaltung inklusive der Fondstochter DWS soll zumindest teilweise an die Börse gebracht werden. So will die Bank weitere zwei Milliarden Euro Kapital einnehmen. Einen Mehrheitsanteil an der Sparte will sie jedoch behalten.

Bankchef Cryan verkauft seine Strategie als Flucht nach vorne. "Wir bringen die Deutsche Bank wieder in die Offensive", sagte er. Dabei sind die diversen Kehrtwenden alles andere als elegant. Zumal Cryan selbst lange Zeit betont hatte, die Deutsche Bank brauche gar keine neue Strategie, sondern nur eine bessere Umsetzung der alten.

Nun wurde er offenbar eines Besseren belehrt. Und in der Tat gilt die eingeleitete Brachialwende vielen in der Branche als letzte Chance für die krisengeschüttelte Bank. "Das ist das Einzige, was man jetzt noch aus eigener Kraft tun konnte", sagt ein Insider.

Die neue Richtung schlägt sich auch in der Aufstellung des Führungspersonals nieder. Die neuen starken Männer in der Bank heißen Markus Schenck und Christian Sewing. Sie rücken vom normalen Vorstand zu stellvertretenden Vorstandschefs hinter Cryan auf. Sewing soll dabei wie bisher für die künftig noch wichtigere Privatkundensparte zuständig sein. Schenck soll im Laufe des Jahres vom Posten des Finanzvorstands zum Chef der neuen Unternehmens- und Investmentbank werden.

Der Aufstieg von Schenck und Sewing hatte sich bereits angedeutet. Als Bankchef Cryan Mitte Januar beim Weltwirtschaftsforum in Davos wichtige Kunden zum Abendempfang ins Nobelhotel Belvedere lud, standen die beiden bereits an seiner Seite. Sie stehen für eine stärkere Orientierung an den Bedürfnissen der Kunden. Zockereien im Handelsgeschäft, wie sie früher das Bild der Bank bestimmten, halten Schenck und Sewing für aus der Zeit gefallen.

In Finanzkreisen gelten beide als mögliche Nachfolger für den Fall, dass Cryan seine Mission als Sanierer erfüllt hat. Zuletzt wurde sogar über einen vorzeitigen Abgang des Konzernchefs spekuliert, dessen Vertrag bis 2020 läuft. Doch davon will Cryan erst mal nichts wissen: "Ich habe nicht vor, irgendwo anders hinzugehen", sagte er am Sonntag. Er wolle die Bank schließlich wieder in die Spur bringen.

 

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