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Der TÜV macht Druck auf VW-Kunden: Die Prüforganisation droht Autos mit Betrugssoftware rigoros stillzulegen, sollten diese nicht innerhalb einer festgesetzten Frist umgerüstet werden.

Abgasuntersuchung eines VW Golf 2.0 TDI 

Abgasuntersuchung eines VW Golf 2.0 TDI

Fahrer von Dieselautos, die vom Abgasskandal bei Volkswagen betroffen sind, müssen sich einem Medienbericht zufolge auf Probleme mit der TÜV-Plakette gefasst machen. "Eine Plakette wird nicht erteilt, wenn ein Autofahrer nicht nachrüsten lässt", sagte TÜV-Nord-Sprecher Rainer Camen der "Neuen Osnabrücker Zeitung" . Das könnte für die Kunden zum Problem werden, die zur Hauptuntersuchung (HU) müssen, bevor ihr Auto umgerüstet wurde.

"Ab Mitte 2017 würde dies als erheblicher Mangel bei der HU gewertet, eine Plakette wird dann erst nach der Umrüstung erteilt", sagte Camen. Von einer Übergangsregelung spricht der TÜV nicht. Die Prüforganisation bestätigte die Aussagen gegenüber SPIEGEL ONLINE. Aktuell würden der TÜV und weitere Verbundpartner an einer gemeinschaftlichen Lösung arbeiten.

Mitte 2017 müssen aber noch nicht alle der rund 2,5 Millionen betroffenen Dieselautos für das Softwareupdate in der Werkstatt gewesen sein. VW verweist auf eine 18-monatige Frist, innerhalb derer Fahrzeughalter ihr Auto in die Werkstatt bringen müssten. Die ersten Kunden wurden laut Angaben eines VW-Sprechers Anfang 2016 angeschrieben - an sie richtet sich also die Warnung des TÜV. Mittlerweile haben nach VW-Angaben alle betroffenen Kunden den Hinweis erhalten, dass ihr Wagen umgerüstet werden müsse, die letzten Briefe seien Ende 2016 verschickt worden.

"Es wird keine Engpässe geben"

Wer seinen Wagen bis Mitte des Jahres noch umrüsten lassen muss und sich rechtzeitig an seine Werkstatt wende, bekäme laut Angaben des VW-Sprechers noch innerhalb der Frist einen Termin."Es wird keine Engpässe geben", versprach er. Der Unternehmenssprecher sagte, wöchentlich könnten bis zu 100.00 Autos umgerüstet werden, bei über der Hälfte der betroffenen Fahrzeuge sei das bereits geschehen.

Das Bundesverkehrsministerium äußerte sich telefonisch nicht zu der Frage, ob die Plakette bedroht sei. Das Ministerium hatte gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" gesagt: "Fahrzeuge, die nicht umgerüstet werden, können außer Betrieb gesetzt werden."

 

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