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Münster – Ein abgebrochener Funkkontakt zu einem Flugzeug der Air India hat in Deutschland am vergangenen Freitag drastische Notfall-Maßnahmen ausgelöst. Es bestand die Möglichkeit, dass Terroristen mit einem entführten Passagierflugzeug ein Atomkraftwerk in Deutschland attackieren könnten. Deutsche Militärjets stiegen auf.

Am Freitagmorgen bestand Medienberichten zufolge plötzlich keine Funkverbindung zu einer Passagiermaschine der Air India. Mit dem ausgelösten Renegade-Vorarlarm waren umfangreiche sicherheitspolitische Aktivitäten verbunden. 

Sorge vor Terroranschlag auf ein Atomkraftwerk - Flugzeug der Air India von Militärmaschinen eskortiert

Ein Flugzeug der Air India auf dem Weg nach London hat über dem ungarischen Luftraum keinerlei Funkkontakt zu den Bodenstellen gehabt. Die Möglichkeit einer Flugzeugentführung durch Terroristen, die das Flugzeug als Waffe benutzen und möglicherweise ein Atomkraftwerk angreifen wollen, konnte nicht ausgeschlossen werden. Es wurden beträchtliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Mehrere Atomkraftwerke im norddeutschen Raum wurden evakuiert, zudem stiegen zwei Militärmaschinen auf, um das Passagierflugzeug zu begleiten. Erst nach gut zwanzig Minuten ohne Funkkontakt konnte der Alarm wieder aufgehoben werden. Wie die Zeit schreibt, hätten zunächst tschechische Abfangjäger die Maschine begleitet, beim Eintreten in den deutschen Luftraum seien sie von zwei Eurofightern abgelöst worden. Zu den Ursachen für den unterbrochenen Funkkontakt liegen keine Erkenntnisse vor. 

Drastische Maßnahmen in mehreren norddeutschen Atomkraftwerken

Von Sicherheitsmaßnahmen betroffen waren nach verschiedenen Beiträgen offenbar die AKWs Brunsbüttel (abgeschaltet), Brokdorf und Krümmel in Schleswig-Holstein (aktiv, derzeit aber vom Netz) sowie Grohnde (aktiv, derzeit aber vom Netz), Lingen (abgeschaltet) und Unterweser (abgeschaltet) in Niedersachsen. Das berichteten unter anderem Agenturen, die Zeit und der Norddeutsche Rundfunk. Vorbereitende Maßnahmen habe es laut Hessenschau zudem in dem ebenfalls bereits abgeschalteten Kernkraftwerk Biblis in Hessen gegeben. Laut dpa sollen sogar alle Kernkraftwerke in Deutschland vorübergehend geräumt worden sein, so ein RWE-Sprecher. Teilweise seien die AKWs laut Zeit bis auf Notbesatzungen geräumt worden. Bei dem Atomkraftwerk Krümmel hätten sich die Mitarbeiter in Schutzräume zurückgezogen. Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) erklärte dann am Freitag um 11:34 Uhr, dass Lage im Griff und die Situation unter Kontrolle sei. 

Aktuell drei von acht Atomkraftwerken abgeschaltet
Insgesamt sind in Deutschland im Rahmen des Atomausstiegs grundsätzlich noch acht Atomkraftwerke mit einer Kraftwerks-Gesamtleistung von gut 11.300 Megawatt (MW) in Betrieb. Die Atomkraftwerke Philippsburg 2 und Brokdorf sind derzeit allerdings schon längere Zeit vom Netz und produzieren keinen Strom. Zudem steht das AKW Grohnde seit Anfang März 2017 zur jährlichen Anlagenrevision bis voraussichtlich zum 5. April 2017 still. Das AKW Philippsburg 2 (Baden-Württemberg) ist schon seit Dezember 2016 wegen Problemen am Notspeisesystem abgeschaltet. In Schleswig-Holstein produziert das AKW Brokdorf keinen Strom, weil die Brennelemente schneller als erwartet rosten. Bis zur Klärung des Vorfalls bleibt der Meiler vom Netz.

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