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Düsseldorf/Jülich – In Nordrhein-Westfalen geht die weltgrößte „künstliche Sonne“ in Betrieb. Wissenschaftler wollen damit die solare Erzeugung von Wasserstoff erforschen.

Für das Projekt Synlight am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Jülich strahlen gut 150 Lampen 10.000-mal stärker als die natürliche Sonne. Mit der Anlage sollen schwerpunktmäßig Produktionsverfahren für solar erzeugten Wasserstoff als Treibstoff entwickelt werden, aber auch andere Industrien und Forschungs-Disziplinen profitieren. 

Künstliche Sonne erleichtert Forschung
In Mitteleuropa scheint die Sonne im Vergleich zu anderen Ländern selten und unregelmäßig. Für die Entwicklung neuer Solartechnologien ist eine künstliche Sonne daher das Mittel der Wahl. Damit ersparen sich die Forscher teure Forschungsinfrastruktur in fernen südlichen Ländern. Schlechtwetterperioden und schwankende Strahlungswerte könnten auch dort die Tests negativ beeinflussen. Synlight erspart nicht nur Reiseaufwand sondern es bietet vor allem ein Testumfeld mit exakt reproduzierbaren Parametern.

Das DLR-Institut für Solarforschung errichtete die Forschungsanlage in den vergangenen zwei Jahren in direkter Nachbarschaft zum Technologiezentrum und zum solarthermischen Kraftwerk in Jülich. In dem dreistöckigen Laborgebäude strahlen insgesamt 149 Xenon-Kurzbogenlampen mit der 10.000 fachen Intensität der normalen Sonnenstrahlung auf der Erde. Das Projekt bildet so die größte künstliche Sonne der Welt. Synlight füllt damit die Lücke bei der Qualifizierung solarthermischer Komponenten und Prozesse zwischen den Bestrahlungseinrichtungen im Labormaßstab in Köln und der großtechnischen Anlage Solarturm in Jülich.

Solare Treibstoffherstellung im Forschungs-Fokus

Im Fokus der Forschungsarbeit steht die solare Treibstoffherstellung, wie beispielsweise Wasserstoff. Doch die neue Anlage kann für eine Vielzahl weiterer Experimente eingesetzt werden. Da das Spektrum der UV-Strahlung dem der Sonne gleicht, können beispielsweise auch Alterungsprozesse von Materialien zeitlich gerafft untersucht werden. Ein interessanter Aspekt sowohl für vielfältige industrielle Anwendungen als auch für die Raumfahrttechnologie.

NRW-Umweltminister Remmel: Innovation braucht Investition
NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Bündnis 90/Die Grüne) hebt bei der Eröffnung vor allem die Bedeutung der Forschung für die Energiewende hervor. Dabei warnte der Minister, dass „ohne Investitionen in innovative Forschung, in modernste Technologien und auch in weltweite Leuchtturmprojekte wie Synlight“ die Energiewende stecken bleiben würde. Insgesamt kostet die größte künstliche Sonne der Welt 3,5 Mio. Euro. Mit 2,4 Mio. Euro trägt das Land Nordrhein-Westfalen davon den Löwenanteil. Die verbleibenden 1,1 Mio. Euro stammen vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi).

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