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Hamburg/Münster – Die Stromkennzeichnung ist in Deutschland so gestaltet, dass fast jeder Stromversorger einen höheren Grünstromanteil als im Bundesmix ausweisen kann. Einige Versorger fordern nun eine Reform.

Stromversorger müssen ihren Strommix über die Stromkennzeichnung ausweisen. Doch der dort ausgewiesene Anteil an Strom nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) hat nichts mit der Lieferung von Ökostrom zu tun.

Stromkennzeichnung ist doppelte Irreführung

Fast alle Stromversorger weisen in ihrer Stromkennzeichnung einen sehr großen Anteil „Erneuerbare Energien gefördert nach dem EEG“. Hinter diesem Wert verbirgt sich aber nicht der Ökostrom-Anteil im Strommix des Versorgers. Er bezieht sich stattdessen auf die Höhe der im Versorgungsgebiet erhobenen EEG-Umlage. Beliefert ein Versorger viele von der EEG-Umlage befreite industrielle Großabnehmer, sinkt der Anteil des „EEG-Stroms“, hat er viele Haushaltskunden steigt er. Der Strommix eines Versorgers wird dadurch häufig „grün gefärbt“, ohne dass die Stromanbieter diesen „EEG-Anteil“ beeinflussen können.

Hinzu kommt, dass sich der Wert für „Erneuerbare Energien gefördert nach dem EEG“ auf den Stromverbrauch im Versorgungsgebiet bezieht. Der in der Stromkennzeichnung gegenübergestellte Bundesmix bezieht sich aber auf die Stromerzeugung. Aufgrund hoher Exportüberschüsse wird in Deutschland aber seit Jahren mehr Strom erzeugt als verbraucht. 2016 lag der Überschuss bei 54 Mrd. Kilowattstunden (kWh), das entspricht rd. acht Prozent der gesamten Bruttostromerzeugung.

Untersuchung: Jeder vierte Versorger stellt Ökostrom-Anteil falsch dar
In einer aktuellen Untersuchung hat ein Bündnis aus Deutscher Umwelthilfe und Robin Wood sowie der Stromversorger Greenpeace Energy, EWS Schönau, Naturstrom und Lichtblick nun festgestellt, dass viele Versorger über dieses System bereits einen solchen EEG-Strom-Anteil von bis zu 46 Prozent ausweisen. Dazu hat das Bündnis 40 von 1.100 Anbietern untersucht. Jeder vierte Versorger erweckt über verschiedene Formulierungen zudem den Eindruck, mehr Ökostrom zu verkaufen als er tatsächlich liefert. „Wir sehen hier nur die Spitze des Eisberges“, so Gero Lücking, Geschäftsführer Energiewirtschaft von Lichtblick.

Demnach schreiben zum Beispiel die Stadtwerke Kiel auf ihrer Website zu ihrem Strommix 2015: „Über 47 Prozent unseres Stromes stammte aus regenerativen Quellen“. Zudem „nutzten“ die Stadtwerke angeblich mehr Ökostrom als der Bundesdurchschnitt, der bei 32 Prozent liegt. Der Untersuchung zufolge kaufen die Kieler Stadtwerke jedoch nur etwa sechs Prozent grünen Strom für Ihre Kunden ein. Vergleichbare Darstellungen fanden sich zum Zeitpunkt der Untersuchung auch bei den Stadtwerken Bochum, Düsseldorf, Leipzig, Unna, Dortmund (DEW 21), Fulda (Rhön Energie) und Frankfurt (Mainova) sowie beim Anbieter Energiegut.

Lichtblick: „Verbraucher werden getäuscht“

Mit dem System werden die Verbraucher getäuscht, urteilt Lücking. Ziel sei es, ein grünes Images der Versorger zu schaffen. „Der Gesetzgeber nimmt bewusst in Kauf, dass die Kennzeichnung von Stromtarifen nicht die Strom-Einkaufspolitik der Anbieter abbildet“, kritisiert auch Dr. Peter Ahmels, Bereichsleiter Energie und Klimaschutz der Deutschen Umwelthilfe. „Sie können sich auf diese Weise umweltfreundlicher darstellen, als sie sind. Das ist unseriös“.

Das Bündnis fordert daher eine Reform der Stromkennzeichnung. Sie müsse künftig wieder zu 100 Prozent den Stromeinkauf der Versorger abbilden. „Auch für Strom muss gelten: Es darf nur das draufstehen, was drin ist“, so Marcel Keiffenheim, Leiter Politik und Kommunikation bei Greenpeace Energy. Zusätzlich sollen Stromkunden künftig genauer darüber informiert werden, wie sie unabhängig von der Stromlieferung ihres Versorgers durch die Zahlung der EEG-Umlage den Ausbau der erneuerbaren Energie fördern.

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