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Münster – In Deutschland sind derzeit vier der verbliebenen acht Atomkraftwerke wegen Wartungsarbeiten oder Mängeln vom Netz. Teilweise gibt es noch keinen Termin für ein Wiederhochfahren dieser Anlagen. Die Versorgung funktioniert offenbar ohne Zwischenfälle.

Vor der Nuklear-Katatstrophe von Fukushima im Jahr 2011, als in Deutschland noch 17 Atomkraftwerke am Netz waren, wurden angeblich sämtliche Atomstromkapazitäten für eine reibungslose Stromversorgung dringend benötigt. Doch heute gelingt die Versorgung offenbar auch mit nur noch vier Anlagen reibungslos. Zurzeit erzeugen in Deutschland nur noch vier Atomkraftwerke (AKW) Strom. Vier weitere Kraftwerke sind aus technischen Gründen nicht am Netz. In der Nacht zu Freitag (07.04.2017) wurde das Kraftwerk Neckarwestheim II wegen eines Brennelementewechsels heruntergefahren.

Knapp 5.800 MW Atomleistung vom Netz
Kurz vor Ostern sind in Deutschland die AKWs Neckarwestheim II, mit einer Bruttoleistung von 1.400 Megawatt (MW), Philippsburg 2 (1.468 MW), Brokdorf (1.480 MW) und Grohnde (1.430 MW) vom Netz. Mit insgesamt 5.788 MW Leistung ist damit aktuell mehr als die Hälfte der in Deutschland verbleibenden nuklearen Gesamtleistung von 11.357 MW vom Netz.

Neckarwestheim II zum Brennelementewechsel abgeschaltet
Zuletzt ging das AKW Neckarwestheim II in Baden-Württemberg zum planmäßigen Brennelementewechsel vom Netz. Alle 193 Brennelemente werden inspiziert und teilweise getauscht. Der Betreiber EnBW möchte dabei die Gesamtmenge des einzusetzenden Brennstoffs bis zur endgültigen Abschaltung des Meilers im Jahr 2022 reduzieren. Daher werden die Brennelemente nicht, wie sonst üblich, während der Jahresrevisionen ausgetauscht. Zudem soll so verhindert werden, dass zum Zeitpunkt der Abschaltung nicht abgebrannte Brennelemente im Meiler vorhanden sind. 

Ein weiterer Aspekt für den Tausch der Brennelemente zum jetzigen Zeitpunkt ist das Ende der Brennelementesteuer zum Jahreswechsel 2016/17. „Selbstverständlich ist in unsere Planungen auch das Ende der Kernbrennstoffsteuer eingeflossen, allerdings war dies nur einer von mehreren Faktoren“, erläutert Christoph Heil, Geschäftsführer Leistungsbetrieb der EnBW Kernkraft GmbH. „Die Vorgehensweise hat keinen Einfluss auf die Sicherheit des Anlagenbetriebs.“

Keine Neustarttermine für Philippsburg II und Brokdorf – Grohnde in der Jahresrevision
Das EnBW-Kraftwerk Philippsburg II ist bereits steht bereits seit Dezember 2016 still, nachdem Schäden an zwei von vier Notspeisesystemen festgestellt wurden. EnBW wollte das Kraftwerk eigentlich Ende März wieder in Betrieb nehmen, doch die Untersuchungen laufen derzeit noch, wie das Umweltministerium von Baden-Württemberg auf Anfrage von IWR Online mitteilt. Einen neuen Termin für das Wiederanfahren des Kraftwerks gibt es noch nicht.

In Norddeutschland steht derweil das AKW Grohnde in Niedersachsen still. Anfang März würde der Meiler zur Jahresrevision abgeschaltet und bleibt voraussichtlich bis zum 11. April vom Netz. Keinen Neustarttermin gibt es derweil für das AKW Brokdorf in Schleswig-Holstein. Im Zuge der Jahresrevision Anfang Februar war festgestellt worden, dass einige Brennelemente schneller und an anderen Stellen als erwartet rosteten. Die Ursache dieses Phänomens ist noch ungeklärt. Die Atomaufsicht in Schleswig-Holstein hat dem Betreiber PreussenElektra (Eon) die Neubeladung des Kerns daher untersagt.

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