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Der Meeresspiegel könnte in den kommenden Jahrzehnten deutlich stärker ansteigen als gedacht. In einem internen Schreiben warnt das zuständige Bundesamt. Insbesondere der Küstenschutz sei in Gefahr.

Von Philipp Eckstein und Benedikt Strunz, NDR

Für den Bund und die norddeutschen Küstenländer sind es schlechte Nachrichten, die das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in den vergangenen Monaten dem Bundesverkehrsministerium überbracht hat. Unter dem Titel "Aktualisierung von Informationen zum Meeresspiegelanstieg" haben Mitarbeiter des BSH im März ein Schreiben an das Ministerium übersandt. In dem Papier, das der NDR einsehen konnte, warnt das BSH davor, dass der Meeresspiegel bis zum Ende des Jahrhunderts schneller und vor allem wesentlich stärker ansteigen könnte als bislang vermutet. Dies könnte für den Küstenschutz erhebliche Folgen haben.

Derzeit planen Bund und Länder mit einem maximalen Meeresanstieg von knapp einem Meter bis zum Jahr 2100. Doch laut BSH-Wissenschaftlern ist ein Anstieg "deutlich über einen Meter hinaus bis hin zu 1,70 Metern" nicht mehr ausgeschlossen. Sollten die arktischen und antarktischen Eisschilde kollabieren, sei auch ein noch höherer Anstieg denkbar, befürchtet das BSH. Die Behörde beruft sich dabei auf Forschungserkenntnisse zahlreicher aktueller Studien.

Probleme für Küstenschutz und Schifffahrt

Das BSH geht davon aus, dass "die heutigen Maßnahmen zur Sicherung der Küsten, Küstenbauwerke und Küstenbesiedlungen zumindest bis zum Jahr 2050 einen ausreichenden Schutz vor Überflutung bieten werden". Gleichwohl nehme die Verletzlichkeit der flachen Küstenregionen mit steigendem Meeresspiegel zu. Beispielsweise drohten eine "dauerhafte Vernässung" und eine "dauerhafte Überflutungsgefahr" von solchen Küstengebieten, die unterhalb des Meeresspiegels liegen, da Flüsse und Regenwasser immer schlechter ins Meer abfließen könnten.

Klimadeichbaustelle an der Küste der Hattstedtermarsch in Schleswig-Holstein Laut Ministerium wird beim Ausbau der Deiche ein Meeresspiegelanstieg um 50 Zentimeter berücksichtigt.

Auch die Schifffahrt auf Küstenwasserstraßen wie etwa dem Nord-Ostsee-Kanal sowie die "Besiedlung und die zukünftige, wirtschaftliche und verkehrliche Nutzung von gefährdeten Räumen" seien Problemfelder. Zudem könne es sein, dass "bereits getroffene Anpassungsmaßnahmen modifiziert oder neue sogar in Angriff genommen werden" müssten.

Klimadeiche sollen Küsten schützen

Bislang hat das Bundesverkehrsministerium weder die anderen Bundesministerien noch die Länder über die Einschätzung seiner Fachbehörde informiert. Auf Nachfrage des NDR erklärten die Umweltministerien in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen, dass man gut auf den Klimawandel vorbereitet sei. Eine Sprecherin des Umweltministeriums Schleswig-Holstein teilte mit, man berücksichtige bereits jetzt beim Ausbau der Küstendeiche einen Meeresspiegelanstieg von 50 Zentimetern. Sollte dieser höher ausfallen, könne man nachbessern, wodurch ein Anstieg "in der Größenordnung von bis zu 1,50 Meter ausgeglichen werden kann".

Auch für extremere Szenarien, wie sie derzeit vom BSH für möglich gehalten werden, ließen sich technische Lösungen finden, heißt es aus Kiel. Die langfristige Aufgabe von Land, eine so genannte Rückdeichung, aufgrund eines stark ansteigenden Meeresspiegels, wird derzeit in keinem der Nordländer diskutiert. Aus den zuständigen Ministerien heißt es auf Anfrage unisono: das sei keine Option.

Antarktische Eisschilde lassen Meeresspiegel steigen

Die Frage, wie hoch der Meeresspiegel in den kommenden Jahrzehnten ansteigen wird, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. Bund und Länder orientieren sich in ihrer Planung an den Berichten des Weltklimarates der Vereinten Nationen, der in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht wird. Der aktuelle Report stammt aus dem Jahr 2013 und nennt als pessimistischstes Szenario einen Meeresspiegelanstieg um 52 bis 98 Zentimeter bis zum Jahr 2100. Bei dieser Einschätzung handelt es sich um das sogenannte RCP 8.5 Szenario, das den Meeresanstieg unter der Annahme berechnet, dass sich der globale CO2-Ausstoß unverändert fortentwickelt ("Weiter-wie-bisher-Szenario").

Bislang konnten Klimaforscher nur schlecht abschätzen, wie stark die schmelzenden Eisschilde der Antarktis und Grönlands zum Meeresspiegelanstieg beitragen. Dies gelingt in neuen Forschungsarbeiten, auf die sich das BSH bezieht, offenbar besser.

Mehr Forschung ist nötig

Das BSH rät dem Verkehrsministerium dazu, zunächst auf den neuen UN-Sonderbericht zu warten, bevor grundsätzliche Planungsentscheidungen getroffen würden. Dieser wird für den Herbst 2019 erwartet. Bereits jetzt sei es aber wichtig sich politisch darauf vorzubereiten, welche technischen und gesellschaftlichen Veränderungen von einem deutlich höheren Meeresspiegelanstieg ausgehen könnten. Weder das BSH noch das Verkehrsministerium wollten zu dem Vorgang Stellung beziehen. Aus dem Bundesverkehrsministerium hieß es allerdings, für eine grundlegende Neubewertung des Meeresspiegelanstiegs wolle man den Sonderbericht im Jahr 2019 abwarten.

 

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