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Wenn eine US-Behörde einen offiziellen Bericht vorlegt, der die Folgen des Klimawandels schonungslos darstellt, kann dies heute schon als Ereignis gesehen werden. Genauso ist es mit dem Bericht "Arctic Report Card 2017", den die US-Wetterbehörde NOAA nun vorgestellt hat.

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Bis zu sechs Grad wärmer als im langjährigen Mittel: Die Arktis erlebte das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. (Grafik: NOAA/​Arctic Report Card 2017)

So schreibt die Washington Post, die an dem 95 Seiten starken Bericht beteiligten Wissenschaftler hätten das Papier "trotz" der "gemischten Ansichten der Trump-Administration zum Klimawandel" veröffentlicht. Der Bericht spreche von einer "beispiellosen Veränderung der Arktis in der menschlichen Geschichte", die "seit 1.500 Jahren nicht vorgekommen" sei.

Tatsächlich schildert der Bericht dramatische Zustände. Dafür, dass sich die Arktis wieder in eine Region verwandelt, in der man wie in den vergangenen Jahrzehnten "zuverlässig" Eis antrifft, gebe es keine Anzeichen, heißt es gleich zu Beginn.

Das arktische Ökosystem habe eine "neue Normalität" erreicht, stellt der Report fest. Diese sei charakterisiert durch langfristige Verluste bei der Ausdehnung und Dicke der Eisdecke sowie bei der Ausdehnung und Dauer der winterlichen Schneebedeckung. Dieselben Verluste ließen sich auch beim Grönländischen Eisschild und den arktischen Gletschern feststellen.

Dazu kämen die anhaltende Erwärmung des Oberflächenwassers und der Anstieg der Permafrost-Temperaturen. Insgesamt erwärmt sich die Arktis, betont das Papier, doppelt so schnell wie der Rest der Erde. Dies sei seit 2.000 Jahren nicht mehr so gewesen.

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Die Arktis erwärmt sich doppelt so schnell wie die Erde im Durchschnitt. (Grafik: NOAA/​Arctic Report Card 2017)

Was die durchschnittliche Oberflächentemperatur betrifft, ist das Jahr 2017 laut Bericht das zweitwärmste seit 1900. Die arktischen Randmeere Barentssee und Tschuktschensee wiesen im August eine Oberflächentemperatur auf, die um vier Grad höher war als der Durchschnitt der Zeitspanne von 1982 bis 2010.

Wegen der hohen Sommertemperaturen verzögert sich im Herbst die Bildung von Eis. Davon gibt es immer weniger. Am 7. März beobachteten Satelliten die geringste winterliche Meereisausdehnung, die seit Beginn der Messungen 1979 festgestellt wurde. Das sogenannte März-Maximum war um acht Prozent geringer als der Durchschnitt von 1981 bis 2010.

Auch das September-Minimum bei Sommerende war deutlich abgeschmolzen. Es lag um 25 Prozent unter dem Durchschnitt der Zeitspanne von 1981 bis 2010.

Zudem ist das Eis nun dünner und jünger. Altes, mehrjähriges Eis, das auch den Sommer überstehen kann, macht laut Report nur noch 21 Prozent des gesamten arktischen Eises aus. 1985 waren es noch 45 Prozent.

Gleichzeitig ergrünt die Tundra. Hier haben die Wissenschaftler "substanzielle" Zuwächse an eisfreien Regionen gemessen. Die Erwärmung des Permafrosts erreicht Rekordhöhen.

Die "beispiellosen" Veränderungen in der Arktis seien nicht nur für die Menschen im Norden von Bedeutung, sondern für die ganze Welt, schreiben die Forscher. Ob ihr Bericht tatsächlich ein ungewöhnliches Ereignis darstellt, muss sich nun zeigen.

 

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