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Nach wie vor fördert der Staat den Austausch alter Öl- und Gas-Heizkessel durch neue. Erneuerbaren-Verbände und Umweltpolitiker warnen, dass die Gebäude so nicht klimaneutral werden können. Nun zeigt ein Gutachten, dass die Effizienzgewinne moderner Kessel gering sind.

Wer seinen alten Heizkessel austauscht, hofft in der Regel auf deutliche Einsparungen. Wenn aber der Energieverbrauch höher ausfällt als erwartet, hilft ein Blick auf die Verbrauchsabrechnungen. Oder der Besuch eines Energieberaters – wie ihn die Verbraucherzentralen anbieten.

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Die Note 1 oder 2 bekommt die Förderpolitik der Bundesregierung nicht, denn im Wärmebereich fördert der Staat neben den Erneuerbaren auch fossile Heizkessel. (Foto: Thomas Breher/​TBIT/​Pixabay)

Über 14.000 sogenannte Heiz-Checks, mit denen geprüft wird, wie sich ein bestehendes Heizsystem optimieren lässt, haben die Verbraucherzentralen bundesweit durchgeführt. Dass der Kesseltausch allein den Energieverbrauch erheblich senkt, glaubt Stefan Materne, Energieexperte des Verbraucherzentralen-Bundesverbandes in Berlin, nicht. "Die versprochenen Einsparungen bei einem Kesseltausch werden nicht oft erreicht", ist seine Erfahrung.

Kesselhersteller und Heizungstechniker behaupten mitunter, dass ein neuer Kessel im Keller die Energiekosten um 30 Prozent senkt. Im Einzelfall ließen sich die Heizkosten zwar deutlich verringern, bestätigt Energieexperte Materne. Aber nicht so stark. "Wir beobachten beim Kesseltausch ein Einsparpotenzial von durchschnittlich 16 Prozent."

Diese Einschätzung unterstützt nun ein Gutachten, das die Ingenieurgesellschaft Econsult in Rottenburg am Neckar für den Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) angefertigt hat. Das Ergebnis: Wird ein 20 Jahre alter Heizkessel ausgetauscht, lassen sich – je nach ausgetauschtem Kessel – Einsparungen zwischen zwei und 15 Prozent erzielen.

Umstellung auf Erneuerbare bringt deutlich mehr

"Die erzielten Einsparungen fallen umso größer aus, je schlechter das ersetzte System war", sagt Gutachten-Autor Klaus Lambrecht. Unabhängig vom Kesseltausch ließen sich Einsparungen durch Maßnahmen an der Peripherie wie effiziente Pumpen und Regelungstechnik sowie einen hydraulischen Abgleich erreichen. "Deutlich größere CO2-Minderungseffekte als der Austausch alter gegen neue fossil befeuerte Kessel hätte eine Umstellung auf erneuerbare Energien", sagt Lambrecht.

Bisher ist es so, dass Hausbesitzer mit einer Förderung belohnt werden, wenn sie einen alten Heizkessel gegen einen neuen, effizienten austauschen – selbst wenn dieser weiterhin mit den fossilen Brennstoffen Öl oder Gas befeuert wird. Doch an dieser Förderpraxis stoßen sich die Erneuerbaren-Verbände.

"Es ist keine wirksame Klimaschutzmaßnahme, einen älteren fossil befeuerten Kessel durch einen neueren auszutauschen", sagt Carsten Pfeiffer, Strategiechef beim BEE. Die jetzige Förderpolitik spreche eine Technologie aus den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts an. "Durch die Förderung der fossilen Brennwerttechnik wird die Förderung der erneuerbaren Energien im Wärmebereich entwertet", kritisiert Pfeiffer.

Weichenstellungen für Jahrzehnte

Laut Umweltbundesamt entfallen rund 30 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland auf Gebäude. Bis 2050 soll der Gebäudesektor aber klimaneutral werden. Wie das gelingen soll, wenn der Staat weiterhin fossile Heizsysteme fördert, bleibt unklar. Jede zweite Heizungsanlage in Deutschland ist mindestens 15 Jahre alt. "Investitionen im Gebäudebereich und bei der Wärmeversorgung rechnen sich nur langfristig", sagt Peter Ahmels, Leiter für Energie und Klimaschutz bei der Deutschen Umwelthilfe. Jeder Gebäudeeigentümer stelle mit seiner Entscheidung die Weichen für den Klimaschutz auf viele Jahre. "Die Gebäudebesitzer brauchen zusätzliche finanzielle Anreize, damit unsere Gebäude bis 2050 klimaneutral sind", folgert Ahmels.

Auch die Energiepolitikerin Julia Verlinden von den Grünen hält die bisherige Förderpraxis für kontraproduktiv beim Klimaschutz. "Die Bundesregierung muss Konsequenzen ziehen und die Subventionen für neue Öl- und Gasheizungen beenden", sagt Verlinden. Echten Klimaschutz im Gebäudebereich gebe es nur mit wirksamen Effizienzmaßnahmen am Gebäude und dem Umstieg auf eine erneuerbar gespeiste Wärmeversorgung.

Eigentlich sollte die Förderung der fossilen Heizungssysteme bis 2020 auslaufen. So steht es jedenfalls im Klimaschutzplan 2050, den die Bundesregierung im November 2016 beschlossen hat. Doch im neuen Koalitionsvertrag, den CDU, CSU und SPD in diesem Februar vorgelegt haben, klingt das ganz anders. Jetzt soll der Austausch von alten Heizungsanlagen gegen neue – einschließlich Brennwertkesseln – weiter gefördert werden.

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Statt neuer fossiler Heizkessel braucht es erneuerbare Energien im Gebäudesektor – zum Beispiel Solarthermie auf dem Dach wie hier in Südhessen. (Foto: Norbert Nagel/​Wikimedia Commons)

Dass fossile Heizungen nach wie vor gefördert werden sollen, dürfte die Branchenverbände von Heizungsherstellern und Erdgas-Unternehmen, den Eigentümerverband Haus & Grund sowie weitere Verbände freuen. Vor der Bundestagswahl hatten sie noch vor dem Förderstopp bei fossilen Heizungen gewarnt.

 

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