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Auf einer internationalen Wirtschaftskonferenz in Jalta wurden Konzepte für die Modernisierung der Krim diskutiert

Auf dem zweiten Internationalen Wirtschaftsforum von Jalta, das vom 13. bis zum 15. April im Luxushotel Mriya südwestlich der Stadt stattfand, wurden Strategien diskutiert, wie man die Halbinsel - trotz Krise und Sanktionen - wirtschaftlich voranbringen kann. Die noch ungenutzten Potentiale der Krim sind nach Meinung von Experten, insbesondere in den Branchen Tourismus, Gesundheit und IT, riesig.

Die derzeitigen Probleme mit der Wirtschaftskrise und den westlichen Sanktionen seien nicht Hinderungsgrund sondern im Gegenteil ein Anreiz, zu neuen Horizonten aufzubrechen, so der allgemeine Tenor auf der Konferenz, zu der 1.100 Teilnehmer, darunter 60 Ausländer aus 26 Staaten, angereist waren.

Urlaub auf Jalta in renovierten Sowjet-Hotels. Bild: U. Heyden

Der Glawa (Leiter) und Vorsitzende des Ministerrates der "Republik Krim", Sergej Aksjonow, versprach den zahlreich angereisten Unternehmen in eindringlichen Worten, die "Entbürokratisierung" des Wirtschaftslebens. Er lobte das bisher Erreichte. So könnten Unternehmer ihre Dokumente an die Behörden jetzt über das Internet abschicken. Die höchstzulässige Bearbeitungszeit durch die Beamten wurde auf 30 Tage begrenzt. Zu der Zeit, als die Krim noch zur Ukraine gehörte, habe die Bearbeitungszeit zwei bis drei Jahre gedauert, erklärte Aksjonow.

Investitionsverträge mit ausländischen Investoren wurden aber auf dem Wirtschaftsforum nicht unterschrieben. Andrej Nasarow, einer der Forums-Organisatoren und Mitvorsitzender der Vereinigung "Delowoj Rossii" ("Business Russland"), kündigte auf einem Presse-Briefing zum Abschluss des Wirtschaftsforums an, dass für den Juni "weitere Treffen mit deutschen und anderen Partnern" aus dem Ausland geplant sind.

Plenarveranstaltung auf dem Wirtschaftsforum. Bild: U. Heyden

Man will sich nicht isolieren lassen

Aksonjow erklärte (Video Minute 6:40), für die ausländischen Investoren "sei es wichtig, nicht unter die Sanktionsbestimmungen zu fallen". Um das zu verhindern, gäbe es "eine Reihe von Instrumenten, dass Ausländer hierherkommen und einen Geldfluss organisieren, um die Dividenden zu erhalten, die sie erwarten". Diese Frage werde aber nicht öffentlich behandelt. Er sei überzeugt, dass Ausländer "von dieser Möglichkeit Gebrauch machen". Was Aksjonow genau meinte, blieb unklar. Deutlich wurde aber, dass die Krim sich wirtschaftlich nicht isolieren lassen will.

Die Durchführung des Wirtschaftsforums war für die Verwaltung der Krim auch wichtig, um zeigen, dass es auf der Halbinsel ruhig ist. Aksjonow meinte auf dem Abschluss-Briefing für Journalisten, die angereisten Ausländer hätten "sich gewundert, dass bei uns keine Panzer auf den Straßen stehen". Sie hätten sich "überzeugt, dass alles ruhig ist".

Dass es auf der Krim absolut ruhig ist und keine Panzer auf den Straßen stehen, kann der Autor dieser Zeilen bezeugen. Die dramatische Reisewarnung des Auswärtigen Amtes müsste dringend aktualisiert werden. Dort heißt es: "Von Reisen auf die Halbinsel Krim wird dringend abgeraten. (…) Seit Juni 2015 ist für Reisen auf die Krim vom ukrainischen Festland aus eine Betretenserlaubnis der zuständigen ukrainischen Behörde nötig, die nur unter bestimmten Voraussetzungen, keinesfalls jedoch für touristische Zwecke erteilt wird. (…) Konsularischer Schutz kann deutschen Staatsangehörigen dort angesichts der aktuellen Lage derzeit nicht gewährt werden."

 

Sergej Aksjonow, Glawa ( Leiter) und Vorsitzender des Ministerrates der "Republik Krim", hat ausländische Gäste zum Frühstück geladen. Bild: U. Heyden

Ein neuer Flughafen und eine Brücke vom russischen Festland

Wie der Präsident der Krim mitteilte, wurden auf dem Wirtschaftsforum zwölf Investitionsvereinbarungen mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet 935 Millionen Euro abgeschlossen. Dabei handelt es sich aber ausschließlich um Investitionen russischer Firmen oder des russischen Staates.

Der Großteil der Investitionssumme - 427 Millionen Euro - entfällt auf den geplanten Bau eines neuen Flughafens in Simferopol, der Hauptstadt der Krim. Mit dem Bau soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Die Eröffnung des neuen Flughafens ist für 2018 geplant. Finanziert werden soll der Bau über die kleinen, auf der Krim ansässigen Geldinstitute Genbank und RNKB sowie die in St. Petersburg ansässige Bank Rossija, die unter die westlichen Sanktionen fällt.

Der Flughafen ist eines der Modernisierungs-Projekte, mit denen der Tourismus auf der Krim auf neue Höhen gebracht werden soll. Zu Sowjetzeiten verbrachten auf der Halbinsel im Schwarzen Meer zwölf Millionen Menschen ihren Urlaub. Ähnlich hohe Zahlen hofft die Verwaltung der Krim bald wieder zu erreichen. 2015 waren 4,2 Millionen Touristen auf der Insel. Dieses Jahr sollen es 4,9 Millionen werden. Die Türkei wird von Russland als Urlaubsland boykottiert. So könnte die Krim für die Russen eine Urlaubs-Alternative sein. Allerdings sind die Preise auf der Halbinsel in diesem Jahr um 20 Prozent gestiegen.

Wirtschaftsstudenten mit guten Leistungen durften an der Konferenz teilnehmen. Bild: U. Heyden

Um die Krim aus ihrer geographischen Isolation zu befreien, investiert Russland zurzeit große Summen. Während die Gäste auf dem Wirtschaftsforum den Vorträgen von russischen Ministern, Bankern und Unternehmern lauschten, wurde östlich der Halbinsel in der Meerenge von Kertsch, weiter an den Betonpfeilern für eine 19 Kilometer lange Brücke gebaut, welche die Krim mit dem russischen Festland verbinden und im Dezember 2018 fertig sein soll.

"Wir schaffen uns die Probleme selber, um sie dann heldenhaft zu lösen"

Sergej Glasew, der linkspatriotische Wirtschaftsberater des russischen Präsidenten, leitete seinen Vortrag auf der abschließenden Plenarveranstaltung mit einer spitzen Bemerkung ein, die für Schmunzeln sorgte. Er beteilige sich jetzt schon seit zwanzig Jahren an der Diskussion über die Entwicklung der Wirtschaft auf der Krim, erklärte Glasew, "aber außer den Teilnehmern an dieser Diskussion hat sich fast nichts geändert". Die alte Volksweisheit sei richtig, "wir schaffen uns selbst Probleme, um sie danach heldenhaft zu lösen".

Sergej Glasew ist einer von Putins Wirtschaftsberatern. Bild: U. Heyden

Man habe sich auf der Konferenz versammelt, "um die ausländischen Investoren zu überzeugen, dass sie in die Wirtschaft der Krim investieren sollen". Doch jeder kluge, ausländische Investor frage: "Warum investiert ihr nicht selbst?"

Die russische Zentralbank - so Glasew - müsse endlich die Rubel-Menge erhöhen, damit der Wirtschaftsprozess in Gange komme und mehr investiert werde. Wenn der russische Staat selbst keine Kredite mit langer Laufzeit möglich macht, brauche man sich nicht zu wundern, dass keine ausländischen Investoren kommen.

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