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Bei einer bewaffneten Attacke in der Silvesternacht auf einen Nachtklub in Istanbul wurden mehrere Dutzend Menschen getötet, darunter auch Ausländer. Viele weitere wurden verletzt.

Istanbul: Angriff auf die Silvesterparty 

REUTERS

Bei einem Angriff auf einen der größten Nachtklubs im Zentrum Istanbuls sind in der Silvesternacht mindestens 39 Menschen getötet worden. Das teilte Innenminister Süleyman Soylu mit. Darunter seien auch 15 Ausländer. Noch seien nicht alle Leichen identifiziert. 69 Menschen würden in Krankenhäusern behandelt. Gesundheitsminister Recep Akdag bezifferte die Zahl der in Krankenhäuser behandelten Personen hingegen mit 65, vier davon seien schwer verletzt.

Bei dem Angriff handele es sich um einen Terroranschlag, sagte Istanbuls Gouverneur Vasip Sahin am Anschlagsort. Der Sender NTV zeigte Bilder von gepanzerten Polizeifahrzeugen vor dem Lokal. Zahlreiche Krankenwagen seien unterwegs, berichtete der Sender.

Innenminister Soylu sprach von einem einzelnen Angreifer, der auf der Flucht sei. Augenzeugen hatten zunächst von zwei Angreifern berichtet. Ein Bewaffneter habe sich Zugang zu dem Klub am Bosporus-Ufer verschafft, indem er am Eingang einen Polizisten und einen Zivilisten erschossen habe, sagte Gouverneur Sahin.

Dem privaten Fernsehsender NTV und der Nachrichtenagentur DHA zufolge berichteten Augenzeugen davon, dass der Angreifer ein Weihnachtsmannkostüm getragen hatte, als er in den Nachtklub eindrang. Innenminister Soylu sagte, der Mann habe den Klub aber wahrscheinlich in anderer Kleidung verlassen.

Bei NTV Turk hieß es, es sei nicht klar, wo der Angreifer sich aufhält. Darüber, ob der Angreifer noch lebt oder nicht, gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben. Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. In der Türkei wurde vorerst eine Nachrichtensperre verhängt. US-Präsident Barack Obama hat der Türkei seine Hilfe angeboten.

Der Nachtklub liegt im Stadtteil Ortaköy direkt am Bosporus. Der Nachrichtenagentur Dogan zufolge sollen sich mehrere Hundert Menschen in dem Klub aufgehalten haben. Er ist bei der Istanbuler Oberschicht und bei Touristen beliebt. Augenzeugen zufolge sprangen einige Menschen in den Fluss, um dem Angriff zu entkommen.

Aus Angst vor möglichen Anschlägen waren in der Silvesternacht zahlreiche Polizisten in Istanbul im Einsatz. An der zentralen Ausgehmeile Istiklal Caddesi kontrollierten Sicherheitskräfte die Zugänge und durchsuchten Taschen. Die deutsche Botschaft hatte in einer Mitteilung an Deutsche angesichts der Terrorgefahr mitgeteilt: "Die Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen und Festlichkeiten an Silvester und Neujahr sollte verantwortungsvoll geprüft werden."

In der Türkei sind im vergangenen Jahr mehrere Anschläge verübt worden. Im Dezember starb der russische Botschafter Andrej Karlow bei einem Attentat in Ankara. Die türkische Regierung hat für einige der Angriffe die Bewegung von Fethullah Gülen verantwortlich gemacht, einem Rivalen von Präsident Recep Tayyip Erdogan. Gülen hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Andere Anschläge gehen auf das Konto radikaler Kurdengruppen und der Extremisten-Miliz "Islamischer Staat" (IS).

 

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