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Der größte Abnehmer für das CO2 aus Niederaußem ist mit etwa 200 Tonnen pro Jahr die Firma Bayer. Deren Leverkusener Chemiepark liegt gut 20 Kilometer vom Kraftwerk entfernt auf der anderen Seite des Rheins. Für die Unternehmenstochter Bayer MaterialScience entwickelt Christoph Gürtler dort einen Schaumstoff, in dem Kohlendioxid chemisch gebunden ist. „Aus Sicht von Chemikern ist die Nutzung von CO2 ein Traum“, sagt der Katalyseforscher. Einen billigeren Rohstoff gibt es kaum, das Gas steht in großen Mengen als Abfall zur Verfügung. Die Sache hat jedoch einen Haken. Ohne chemische Unterstützung reagiert Kohlendioxid kaum mit anderen Stoffen. Um es in das Schaumstoffmaterial einzubinden, musste Gürtlers Team einen geeigneten Katalysator finden. Dieser Reaktionsbeschleuniger senkt den Energieaufwand, mit dem Kohlendioxid in den Schaumstoffbestandteil Polyol eingebaut wird. Bringt man das Polyol mit einer weiteren Komponente zusammen, schäumt das Gemisch innerhalb von Sekunden heftig auf. Aus den getrockneten Schaumstoffblöcken können Matratzen und Sitzpolster geschnitten werden.

Bis die Abgase aus Kraftwerkskesseln als Polster in deutschen Wohnzimmern endgelagert werden, wird es noch einige Zeit dauern. Bayer ist optimistisch. Bereits 2015 will die Chemiefirma Schaumstoffkomponenten auf CO2-Basis auf den Markt bringen. Die Erforschung neuer Werkstoffe ist jedoch teuer, und die CO2-Abscheidung senkt die Effizienz von Kohlekraftwerken um etwa ein Fünftel.

Gute Ökobilanz

Materialien für biologisch abbaubare Windeln und Folien aus dem vermeintlichen Problemgas gibt es bereits. Ob die neuen Werkstoffe tatsächlich sparsamer und klimafreundlicher sind, wird jedoch erst eine gründliche Analyse zeigen. Denn auch ihre Produktion verbraucht Energie und erzeugt damit neues Kohlendioxid. André Bardow von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, der den Bayer-Schaumstoff untersucht hat, bestätigt: „Unsere bisherigen Berechnungen deuten darauf hin, dass das neue Verfahren über den Lebenszyklus weniger Energie benötigt und damit auch weniger CO2 ausstößt. Damit wäre das Verfahren ökologisch sinnvoller als die bestehenden Prozesse.“ Auch für den Staubsauger-Kunststoff von Bernhard Rieger sieht die Ökobilanz positiv aus.

Trotz aller Anstrengungen lässt sich nach aktuellen Schätzungen maximal ein Prozent des CO2-Ausstoßes in neue Werkstoffe und Arzneimittel recyclen. Allein in Deutschland wurden im vergangenen Jahr 830 Millionen Tonnen Kohlendioxid freigesetzt. „Das Klima retten wir mit unseren Entwicklungen nicht“, gibt Chemiker Rieger auch unumwunden zu. Auch bei Bayer sieht man sich eher von einem „Wandel der Rohstoffe“ angetrieben. Mit schwindenden Reserven wird Erdöl als Rohstoff immer teurer – und Alternativen lohnender. Kohlendioxid könnte Öl als das bislang wichtigste Ausgangsmaterial der chemischen Industrie ablösen.

CO2 als Ausgangsstoff für Methan und Methanol

Eines Tages ersetzt die neue Ressource vielleicht sogar Erdgas als Energieträger. Der Brennstoff für Heizungen käme dann nicht mehr aus der Tiefe, sondern aus der Fabrik. Setzt man Kohlendioxid mit Wasserstoff um, entsteht Methan, der wichtigste Bestandteil des Erdgases. „Der Vorteil von solchem künstlichem Erdgas besteht darin, dass das Verteilsystem bereits existiert“, erklärt Bernhard Rieger. Gemeinsam mit sechs Unternehmen aus der Münchner Region erforscht er in einem gerade gestarteten Projekt, wie sich Erdgas in großem Maßstab künstlich erzeugen lässt. Ein Schwachpunkt ist bislang der geringe Wirkungsgrad. Wird das künstliche Erdgas später wieder in Kraftwerken in Strom umgewandelt, bliebe weniger als ein Drittel der anfänglichen Energie übrig.

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